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2005-01-21 17:23:30 +00:00
parent 52635f366a
commit 68d30297e6
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@@ -16,10 +16,10 @@ Einfacher geht es, wenn wir uns ein kurzes Skript schreiben, das alle 30 Sekunde
\index{\^=\texttt{\^}}\index{Anführungszeichen}\index{Pipe}\index{grep=\texttt{grep}}\index{sleep=\texttt{sleep}}\index{who=\texttt{who}}
\begin{lstlisting}
#!/bin/sh
until who | grep "^root "
do sleep 30
until who | grep "^root "; do
sleep 30
done
echo Big Brother is watching you!
echo "Big Brother is watching you!"
\end{lstlisting}
Das Skript führt also so lange das Kommando aus, bis die Ausführung erfolgreich
@@ -42,10 +42,10 @@ Analog zum vorhergehenden Beispiel kann man auch ein Skript schreiben, das melde
\index{\^=\texttt{\^}}\index{Anführungszeichen}\index{grep=\texttt{grep}}\index{Pipe}\index{sleep=\texttt{sleep}}\index{who=\texttt{who}}
\begin{lstlisting}
#!/bin/sh
while who | grep "^root "
do sleep 30
while who | grep "^root "; do
sleep 30
done
echo Die Katze ist aus dem Haus, Zeit, daß die Mäuse tanzen!
echo "Die Katze ist aus dem Haus, Zeit, daß die Mäuse tanzen!"
\end{lstlisting}
Die Schleife wird nämlich dann so lange ausgeführt, bis \texttt{grep}\index{grep=\texttt{grep}} einen Fehler (bzw. eine erfolglose Suche) zurückmeldet.
@@ -245,18 +245,31 @@ echo "aflag=$aflag / Name = $name / Die Dateien sind $*"
\end{lstlisting}
\section{Fallensteller: Auf Traps
reagieren}\label{traps}\index{trap=\texttt{trap}|(}\index{Signal|(}
\section{Fallensteller: Auf Traps reagieren}\label{traps}\index{trap=\texttt{trap}|(}\index{Signal|(}
Ein laufendes Shell-Skript kann durch Druck auf die Interrupt-Taste (normalerweise \Ovalbox{CTRL}-\Ovalbox{C}) unterbrochen werden. Durch Druck auf diese Taste wird ein Signal an den entsprechenden Prozeß gesandt, das ihn bittet sich zu beenden. Dieses Signal heißt SIGINT (für SIGnal INTerrupt) und trägt die Nummer 2. Das kann ein kleines Problem darstellen, wenn das Skript sich temporäre Dateien angelegt hat, da diese nach der Ausführung nur noch unnötig Platz verbrauchen und eigentlich gelöscht werden sollten. Man kann sich sicher auch noch wichtigere Fälle vorstellen, in denen ein Skript bestimmte Aufgaben auf jeden Fall erledigen muß, bevor es sich beendet.
Ein laufendes Shell-Skript kann durch Druck auf die Interrupt-Taste
(normalerweise \Ovalbox{CTRL}-\Ovalbox{C}) unterbrochen werden. Durch Druck auf
diese Taste wird ein Signal an den entsprechenden Prozeß gesandt, das ihn
bittet sich zu beenden. Dieses Signal heißt SIGINT (für SIGnal INTerrupt) und
trägt die Nummer 2. Das kann ein kleines Problem darstellen, wenn das Skript
sich temporäre Dateien angelegt hat, da diese nach der Ausführung nur noch
unnötig Platz verbrauchen und eigentlich gelöscht werden sollten. Man kann
sich sicher auch noch wichtigere Fälle vorstellen, in denen ein Skript
bestimmte Aufgaben auf jeden Fall erledigen muß, bevor es sich beendet.
Es gibt eine Reihe weiterer Signale, auf die ein Skript reagieren kann. Alle sind in der Man-Page von \texttt{signal} beschrieben. Hier die wichtigsten:\nopagebreak
Es gibt eine Reihe weiterer Signale, auf die ein Skript reagieren kann. Alle
sind in der Man-Page von \texttt{signal} beschrieben. Hier die
wichtigsten:\nopagebreak
\LTXtable{\textwidth}{tab_signale.tex}
Wie löst man jetzt dieses Problem? Glücklicherweise verfügt die Shell über das \texttt{trap}-Kommando, mit dessen Hilfe man auf diese Signale reagieren kann. Die Anwendung soll in folgendem Skript beispielhaft dargestellt werden.
Wie löst man jetzt dieses Problem? Glücklicherweise verfügt die Shell über das
\texttt{trap}-Kommando, mit dessen Hilfe man auf diese Signale reagieren kann.
Die Anwendung soll in folgendem Skript beispielhaft dargestellt werden.
Das Skript soll eine komprimierte Textdatei mittels \texttt{zcat} in ein temporäres File entpacken, dieses mit \texttt{pg} seitenweise anzeigen und nachher wieder löschen.
Das Skript soll eine komprimierte Textdatei mittels \texttt{zcat} in ein
temporäres File entpacken, dieses mit \texttt{pg} seitenweise anzeigen und
nachher wieder löschen.
\index{!==\texttt{!=}}
\begin{lstlisting}
@@ -266,7 +279,12 @@ temp=/tmp/zeige$$
\end{lstlisting}
Zunächst werden zwei Variablen belegt, die im weiteren Verlauf benutzt werden sollen. In \texttt{stat} wird der Wert abgelegt, den das Skript im Falle eines Abbruchs als Exit-Status zurückliefern soll. Die Variable \texttt{temp} enthält den Namen für eine temporäre Datei. Dieser setzt sich zusammen aus \texttt{/tmp/zeige} und der Prozeßnummer des laufenden Skripts. So soll sichergestellt werden, daß noch keine Datei mit diesem Namen existiert.
Zunächst werden zwei Variablen belegt, die im weiteren Verlauf benutzt werden
sollen. In \texttt{stat} wird der Wert abgelegt, den das Skript im Falle eines
Abbruchs als Exit-Status zurückliefern soll. Die Variable \texttt{temp} enthält
den Namen für eine temporäre Datei. Dieser setzt sich zusammen aus
\texttt{/tmp/zeige} und der Prozeßnummer des laufenden Skripts. So soll
sichergestellt werden, daß noch keine Datei mit diesem Namen existiert.
\index{Ticks}\index{!>\&=\texttt{!>\&}}\index{\$n=\texttt{\$}$n$}\index{Ticks}\index{Anführungszeichen}\index{Backticks}\index{basename=\texttt{basename}}
\begin{lstlisting}[firstnumber=last]
@@ -275,7 +293,17 @@ trap 'echo "`basename $0`: Ooops..." 1>&2' 1 2 15
\end{lstlisting}
Hier werden die Traps definiert. Bei Signal 0 wird die temporäre Datei gelöscht und der Wert aus der Variable \texttt{stat} als Exit-Code zurückgegeben. Dabei wird dem \texttt{rm}-Kommando der Parameter\index{Parameter} \texttt{-f} mitgegeben, damit keine Fehlermeldung ausgegeben wird, falls die Datei (noch) nicht existiert. Dieser Fall tritt bei jedem Beenden des Skriptes auf, also sowohl bei einem normalen Ende, als auch beim Exit-Kommando, bei einem Interrupt oder bei einem Kill\index{kill=\texttt{kill}}. Der zweite Trap reagiert auf die Signale 1, 2 und 15. Das heißt, er wird bei jedem unnormalen Ende ausgeführt. Er gibt eine entsprechende Meldung auf die Standard-Fehlerausgabe (\ref{datenstrom}) aus. Danach wird das Skript beendet, und der erste Trap wird ausgeführt.
Hier werden die Traps definiert. Bei Signal 0 wird die temporäre Datei gelöscht
und der Wert aus der Variable \texttt{stat} als Exit-Code zurückgegeben. Dabei
wird dem \texttt{rm}-Kommando der Parameter\index{Parameter} \texttt{-f}
mitgegeben, damit keine Fehlermeldung ausgegeben wird, falls die Datei (noch)
nicht existiert. Dieser Fall tritt bei jedem Beenden des Skriptes auf, also
sowohl bei einem normalen Ende, als auch beim Exit-Kommando, bei einem
Interrupt oder bei einem Kill\index{kill=\texttt{kill}}. Der zweite Trap
reagiert auf die Signale 1, 2 und 15. Das heißt, er wird bei jedem unnormalen
Ende ausgeführt. Er gibt eine entsprechende Meldung auf die
Standard-Fehlerausgabe (\ref{datenstrom}) aus. Danach wird das Skript beendet,
und der erste Trap wird ausgeführt.
\index{\$\#=\texttt{\$\#}}\index{!==\texttt{!=}}\index{!>=\texttt{!>}}\index{\$n=\texttt{\$}$n$}\index{Anführungszeichen}\index{case=\texttt{case}}
\begin{lstlisting}[firstnumber=last]
@@ -287,7 +315,14 @@ case $# in
\end{lstlisting}
Jetzt kommt die eigentliche Funktionalität des Skriptes: Das \texttt{case}-Kommando (\ref{case}) testet die Anzahl der übergebenen Parameter\index{Parameter}. Wenn genau ein Parameter\index{Parameter} übergeben wurde, entpackt \texttt{zcat} die Datei, die im ersten Parameter\index{Parameter} angegeben wurde, in die temporäre Datei. Dann folgt die Seitenweise Ausgabe mittels \texttt{pg}. Nach Beendigung der Ausgabe wird der Status in der Variablen auf 0 gesetzt, damit beim Skriptende der korrekte Exit-Code zurückgegeben wird.
Jetzt kommt die eigentliche Funktionalität des Skriptes: Das
\texttt{case}-Kommando (\ref{case}) testet die Anzahl der übergebenen
Parameter\index{Parameter}. Wenn genau ein Parameter\index{Parameter} übergeben
wurde, entpackt \texttt{zcat} die Datei, die im ersten
Parameter\index{Parameter} angegeben wurde, in die temporäre Datei. Dann folgt
die Seitenweise Ausgabe mittels \texttt{pg}. Nach Beendigung der Ausgabe wird
der Status in der Variablen auf 0 gesetzt, damit beim Skriptende der korrekte
Exit-Code zurückgegeben wird.
\index{!>\&=\texttt{!>\&}}\index{\$n=\texttt{\$}$n$}\index{Anführungszeichen}\index{Backticks}\index{basename=\texttt{basename}}
\begin{lstlisting}[firstnumber=last]
@@ -296,7 +331,9 @@ esac
\end{lstlisting}
Wenn \texttt{case} eine andere Parameterzahl feststellt, wird eine Meldung mit der Aufrufsyntax auf die Standard-Fehlerausgabe geschrieben.
Wenn \texttt{case} eine andere Parameterzahl feststellt, wird eine Meldung mit
der Aufrufsyntax auf die Standard-Fehlerausgabe geschrieben.
\index{trap=\texttt{trap}|)}\index{Signal|)}